10 Google Ads Optimierung Tipps

Google Ads können auf verschiedenen Ebenen erstellt und optimiert werden. Ich betrachte die Optimierung im zeitlichen Horizont (kurzfristig, mittelfristig, und langfristig) obwohl alle Optimierungen zwar langfristige, gültige Anpassungen haben. Es geht eher darum, wann die Optimierungen vorgenommen werden.

Zudem rate ich als unabhängiger Google Ads Consultant dringend davon ab Google’s Smart Kampagnen zu verwenden und selbstständig die Erstellung und Optimierungen vorzunehmen.

10 Google Ads Optimierung Tipps

Kurzfristige Google Ads Optimierung

In den ersten 14 Tagen nehme ich vermutlich die meisten Anpassungen in einer Kampagne oder Anzeigengruppe vor. Vor allem passe ich negative und Match-Typen an.

1. Anpassung negativer, auszuschließender Keywords

Bereits nach wenigen Tagen schaue ich mir die tatsächlichen Suchbegriffe einer Google Ads Suchkampagne an:

Keywords -> Suchbegriffe

Negative Keywords Anpassen

Es ist wichtig dabei den Unterschied zwischen Keywords und Suchbegriffen zu verstehen. Keywords in Google Ads sind die Keywords auf die geboten und Anzeigen geschaltet werden. Suchbegriffe sind die eigentlichen Wörter, die in die Suche von dem Benutzer eingegeben und zu einem Keyword gematcht wurden.

Um ein besseres Verständnis über die Suchbegriffe zu erhalten, füge ich der obigen Ansicht auch das Keyword hinzu. Dafür müssen zunächst die Spalten angepasst werden.

Um negative Keywords zu identifizieren, gehe ich jeden Suchbegriff durch und schaue ob irrelevante Begriffe dabei waren. Falls ja, gehe ich über zu den Auszuschließenden Keywords und füge sie der Kampagne hinzu.

Häufig Beispiele auszuschließender Keywords sind Begriffe wie Jobs, Praktikum, kostenlos, oder information suchende Begriffe wie „was ist …“.

Eine weitere Optimierungsmöglichkeit ist die Keyword-Option bzw. den Match Typen anzupassen. Wenn ein Keyword viele irrelevante Suchbegriffe matched, grenze ich auch den Begriff von Weitgehend passend zu passende Wortgruppe ein.

Auf der anderen Seite, füge ich auch weitere Keywords zur Kampagne hinzu, wenn eine Lücke ersichtlich wird.

Mittelfristige Anpassungen

Mittelfristig – nach der Erhebung einiger Daten – können weitere Anpassungen vorgenommen werden.

2. Überschriften und Beschreibung der Google Ads Anzeigen optimieren

Die Überschriften und Beschreibungen sind enorm wichtig für den Erfolg einer Google Ads Kampagne. Ich verwende in der Regel Responsive Ads da Google einen herausragenden Job mit der Zusammenstellung der Anzeigenassets betreibt. Bevor ich jedoch Anpassungen machen kann, muss ich wissen welche Assets oder Kombinationen funktionieren, und welche nicht. Diese Information kann ich in den Assetdetails ansehen:

Anzeigen und Erweiterungen -> Anzeigen -> Assetdetails aufrufen:

Assetdetails optimieren in Google Ads

In der Übersicht der Assetdetails kann man leider keine CTR einsehen, sondern nur die Anzahl der Impressionen und eine Leistungseinschätzung von Google.

Google Ads Assetdetails Aufrufen

In der Ansicht der Kombinationen sehe ich ebenfalls nur die Impressionen. Wir müssen Google vertrauen, die bestmöglichen Kombinationen anzuzeigen.

Ich achte aber auf redundante Kombinationen. Wenn ich beispielsweise ein Autohändler in Berlin bin und die folgenden drei Überschriften freigebe, sollen diese am besten nicht kombiniert werden:

Top Autohändler Berlin

Berlin’s Bester Autohändler

Autohandel Berlin

 

Wenn ich jedoch eine redundante Kombination feststelle, schalte ich die Zeilen aus mit den wenigsten Impressionen.

Kombination der Responsive Suchanzeigen Assets

Darüber hinaus teste ich zumeist mehrere Google Ads Anzeigentexte pro Ad Group, um nicht einer Anzeigenkombination ausgeliefert zu sein.

3. Sitelinks und Anzeigenerweiterungen optimieren

Eine weitere Optimierungsmöglichkeit stellen die Sitelinks und Erweiterungen dar. Für jede Erweiterung sowie individuelle Sitelinks werden mir die Anzahl der Impressionen, Klicks und somit auch Click-Through-Rate angezeigt. Bei den Sitelinks sogar die Conversion gemäß meiner Einstellungen.

4. Werbezeit optimieren

Anfangs ist es ungewiss wann die Anzeigen am effektivsten sind. Sollen Anzeigen am Wochenende für B2B geschaltet werden? Sollen Anzeigen zu finden sein, wenn mein Brick-und-Mortar Geschäft geschlossen ist? Diese Fragen lassen sich nur durch die Daten beantworten:

In der linken Hauptnavigation Mehr Anzeigen -> Werbezeitplaner -> Tag & Uhrzeit

Anzeigen Schedule optimieren

Hier kann ich alle Interaktionen auf jede volle Stunde per Tag heruntergebrochen betrachten. Falls bereits gewisse Zeiten ausgeschlossen sind, werden diese hier nicht angezeigt.

Wem dies zu unübersichtlich ist, kann auch nur die Tage oder Stunden betrachten. Allerdings ist dies nur empfehlenswert um einen ersten Eindruck zu gewinnen, beispielsweise um die Frage nach Wochenende oder nach Ladenschluss beantworten.

Es kann jedoch sein, dass Samstagvormittag am besten funktioniert jedoch auf den gesamten Tag betrachtet der Samstag unterdurchschnittlich performt. Daher sollte am Ende immer die Tag & Uhrzeit-Übersicht gewählt werden, um Ausschlüsse zu validieren.

Diese können dann im Werbezeitplaner eingestellt werden.

5. Maximaler CPC

Nicht jedes Keyword kostet gleich viel. Gewisse Keywords sind umkämpfter und haben höhere Gebote als andere. Wenn Deine Gebotsstrategie basierend auf Klicks ausgelegt ist (also nicht auf Konvertierungen), kannst Du den maximalen Gebotspreis pro Keyword festlegen. Dies ist sinnvoll bei Nice-to-Have oder sehr teuren Keywords.

Aber wie hoch sollte mein maximaler Cost-per-Click sein?

Zum einen solltest Du Deine maximalen Akquisekosten kennen und auch einige Daten sammeln, um die Conversion-Rates berechnen zu können. Ich empfehle eine Rückwärtsrechnung, um das Werbebudget bestmöglich zu berechnen.

Zudem sollten individuelle durchschnittliche CPCs und CPA (Kosten für Conversions in Google Ads) betrachtet werden. Gewisse Keywords konvertieren besser und sind daher wertvoller als andere.

Bei dem Schwerpunkt auf Conversions kann optional ein Ziel CPA hinterlegt werden, der die Ausgaben etwas drosselt.

Lerne hier mehr über verschiedene CPX Marketing Modelle.

6. Passende Keywords testen

Basierend auf bisheriger Performance von Keyword Kategorien oder auch fehlender Kategorien, füge ich immer wieder weitere Keywords hinzu, um weiter zu testen. Bitte beachte jedoch, dass mehr Keywords bei gleichem Budget jedoch bedeuten, dass jedes Keyword insgesamt weniger Klicks generieren kann. Das Budget wird über alle Keywords verteilt. Ich kann zwar durch den vorherigen Punkt mein Budget kontrollieren und steuern, allerdings sollte ich die Anzahl der Keywords im Verhältnis zum Budget im Blick behalten.

Zum Teil, sind Googles Keyword-Empfehlungen sehr hilfreich. Allerdings, sollten diese auch kritisch hinterfragt werden und nur hinzugefügt werden, wenn sie für das Kampagnenziel Sinn ergeben.

Langfristige Google Ads Optimierung

Nach einiger Zeit – 3 bis 6 Monaten – abhängig von den erhobenen Daten und bisherigen Anpassungen, und ich meine bisherige Kampagne stark optimiert habe, teste und passe ich langfristige Optimierungsmaßnahmen an.

7. A/B Tests

Google Ads ermöglicht es A/B Tests für verschiedene Einstellungen und Maßnahmen zu testen. Bei erfolgreichen Kampagnen teste ich zumeist die Landing Pages. Innerhalb der erfolgreichen Google Ads Kampagne kann ich Optimierungen nur zu einem gewissen Teil vornehmen.

Es ist aber auch wichtig den gesamten User Flow zu berücksichtigen. Eine Erhöhung der Konvertierungsrate der Landing Page bei nur einem halben Prozentpunkt von 1% auf 1.5% kann einen enormen Unterschied im Return-on-Marketing-Investment (ROMI) ausmachen.

Neben Landing Pages können auch ganze Anzeigengruppen oder Gebotsstrategien A/B getestet werden.

Hier ist ein vollständiger Leitfaden zur Erstellung von A/B Test in Google Ads.

8. Budgetoptimierung

Mein Ansatz für Werbebudgets ist sehr einfach. Ich glaube, dass man immer skalieren kann, wenn man sein Erfolgsrezept gefunden hat. Natürlich braucht man ein ausreichendes Budget, um schnell zu testen und zu optimieren, aber ich betrachte die Budgets nicht auf monatlicher Basis, sondern als Gesamtbudget für die Kampagne, und so kann ich mich den höhere Ausgaben schrittweise annähern.

Google Ads hat zwei hilfreiche Forecast Tools. Im Keyword Planner können bereits bei der Kampagnenplanung Budgets hochgerechnet werden. Bei aktiven Kampagnen kann ebenso der Budgetsimulator auf Kampagneneben aufgerufen werden.

Kampagnen -> Budgetsimulator

Budgetsimulator auf Kampagnenebene für Google Ads Optimierung

Ähnliche Einblicke bekommt man auch wenn man das Tagesbudget anpasst. Es werden einem sofort einige Budgets vorgeschlagen und deren mögliche Auswirkungen angezeigt.

9. Andere Werbekanäle und -Formate

Langfristig teste ich auch andere Werbekanäle und Arten von Werbung. Die herkömmlichen Formate sind Social Media Ads, aber auch Display Remarketing Ads durch den gewonnen Website Traffic meiner funktionieren Google Ads Kampagne.

10. SEO

Oft isoliert betrachtet und vergessen sind die Optimierungsmöglichkeiten für organische Suchergebnisse (SEO). Vor allem können durch Google Ads viele Keywords sehr schnell hinsichtlich ihrer Leistung getestet werden.

Langfristig versuche ich vor allem Keywords mit einer hohen Conversion Rate in meine SEO Strategie zu inkludieren. Zudem kann ich viele Daten über die eigentliche Suchbegriffe lernen (s. #1 Anpassung der negativen Keywords bei der kurzfristigen Optimierung).

Google Ads Kampagnenziele

Auch wenn es mitunter kompliziert erscheint und teilweise ein etwas komplexes Setup erfordert, sollte immer der Schwerpunkt auf Conversions als Kampagnenziel gelegt werden. Google optimiert selbstständig Gebote und Anzeigentexte (Kombinationen von Responsive Ads) bei Conversion-Zielen.

Dafür sollten benutzerdefinierte Ziele in den Einstellungen vorgenommen werden:

Tools & Einstellungen -> Messung -> Conversions

Es ist ratsame den Google Ads Conversion Pixel oder Google Analytics Zielvorhaben zu verwenden.